Presse

Kritik zur Premiere im Alzeyer Oberhaus

Satte Bläsertupfer zum Reibeisen-Blues

Zehnköpfige Band "Hitchcock Railway" huldigt im Oberhaus der Legende Joe Cocker

Kerniger Gesang, harter E-Gitarren-Sound. Die Cover-Band "Hitchcock Railway" begeisterte im Oberhaus die Fans mit Stücken der britischen Rockröhre Joe Cocker. Foto: Axel Schmitz

ALZEY Die zehnköpfige Band "Hitchcock Railway" hat sich voll und ganz der Musik des berühmten Joe Cockers verschrieben. Bei ihrem ersten Auftritt im gut besuchten Oberhaus präsentierte sie die bekannten Hits des Bluesrockers aus Sheffield.

Von Elisabeth Aderhold

Der erste Auftritt der Band - wie das wohl wird? Dies dachten sicher einige der Gäste, vor allem, nachdem Sänger Michael verriet, dass die Band "erst vier Mal probte und seit Januar dieses Jahres besteht." Doch schon nach den ersten Takten des Songs "Hitchcock Railway" wurde klar, dass dort auf der Bühne Musiker mit enormer Spielfreude, Leidenschaft und musikalischem Können standen.

Die Stimmen der beiden Sängerinnen Petra und Jutta sowie der dreistimmige Bläsersatz passten gut zu der rauen Stimme Michaels. Die Musiker reflektierten die gesamten Jahre von Cockers Musik, und der Funken ihrer Begeisterung für dessen Lieder sprang sofort auf das Publikum über. Es wurde ausgelassen getanzt und mitgesungen.

Bei Songs wie "Fun time", "Cry me a river" oder "Civilized man" wurde deutlich, dass etliche eingefleischte Cocker-Fans unter den Gästen waren. Sobald die ersten Töne der Klassiker angestimmt wurden, gab es erwartungsgemäß immer gleich kräftigen Applaus und es wurde mitgefeiert.

Die Band schaffte es, die Songs auf eigene Weise darzubieten, ohne dabei in billige Imitationen zu verfallen. "Hitchcock Railway" ist eine Band, die zwar die Songs von Joe Cocker covert, aber sie vergisst dabei nicht ihren eigenen Stil. Bei der traurig und verzweifelt klingenden Bluesballade "Guilty" wurde Michaels rauchig raue Stimme nur vom Klavier begleitet und die Gäste standen wie gebannt vor der Bühne. Bei den schnelleren, funkigen Stücken wie "Feelin´ alright", "Summer in the city" oder dem Reggae-Song "Could you be loved" gab es für die meisten Besucher kein Halten mehr. Als eine der Sängerinnen "Chain of fools" darbot, erntete sie kräftigen Applaus für ihre gelungene Darbietung. Nach über 20 Liedern endete der Abend mit dem lang erwarteten Klassiker "With a little help for my friends" - "ein unvermeidlicher Höhepunkt", wie Michael erklärte. Jeder hoffte gespannt auf den gequälten, obligatorisch Schrei des Sängers während dieses Songs. Und dann legte Michael los: Sein Schrei ging durch Mark und Bein und rief lautstarke Begeisterungsstürme hervor. Kaum war das Lied zu Ende und die Band verabschiedete sich, gab es sofort kräftige Zugabe-Aufforderungen von den begeisterten Fans. Und natürlich ließ es sich "Hitchcock Railway" nicht nehmen, noch ein paar weitere Songs zum Besten zu geben. "Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit Joe Cocker live in Mannheim zu sehen. Da ich schon immer einmal in einer Tribute-Band singen wollte, fragte ich ein paar befreundete Musiker und schon haben wir zehn uns zusammengefunden", erklärt Michael die Entstehungsgeschichte seiner Band. Die professionell aufgetretenen Musiker sind Cocker-Fans, und genau diese Leidenschaft übertrugen sie auf das Publikum.

Letzte Aktualisierung: 21.04.2008
Zurück