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Konzertkritik Irish House Kaiserslautern
Cocker im Wohnzimmer
Konzert im Irish House
Die berühmt-berüchtigte Wohnzimmeratmosphäre auf Konzerten ist im Irish House an der Eselsfürth mittlerweile fast schon zum Standard geworden. Eigentlich unverständlich, betrachtet man die Auswahl der dort gastierenden Bands. Diese sind nämlich durchweg auf hohem musikalischem Niveau. Jüngstes Beispiel: „Hitchcock Railway" am Samstag.
Die Joe-Cocker-Coverband aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen hat sich sicherlich ein wenig mehr versprochen, als sie die Bühne betrat. Aber auch in kleinem Rahmen lassen sich schöne Konzerte veranstalten - Bekannte werden mit persönlichem Handschlag begrüßt, und eine lockere Kommunikation mit den Anwesenden tut ihr Übriges, um die Stimmung auch bei geringer Besucherzahl nach oben zu treiben.
Doch als Grundvoraussetzung dafür benötigt es vor allem eines - gute Musik. Und die boten „Hitchcock Railway" mehr als zwei Stunden lang. Quer durch die lange musikalische Karriere des britischen Rock- und Blues-Urgesteins spielte die elfköpfige Gruppe sämtliche seiner Hits und reicherte das Programm mit einigen etwas unbekannteren Stücken an. Zentrum des Geschehens war - selbstverständlich - Michael Andes, der mit seiner Rockröhre dem Original verdächtig nahe kam. Vor allem bei „First We Take Manhattan" (im Original von Leonard Cohen) oder dem „Beatles" entliehenen „With A Little Help From My Friends" hätte man bei geschlossenen Augen meinen können, Cocker selbst stünde auf der Bühne.
Unterstützt wurde der Frontmann durch die drei Sängerinnen Petra Stolle-Bartsch, Jutta Knebel und Anja Harth. Vor allem letztere überzeugte durch Duette mit Andes und ihrem Solo-Stück „Up Where We Belong". Stimmgewaltig und ausdrucksstark interpretierte sie den Song. Eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass die Sängerin an diesem Abend zum ersten Mal mit „Hitchcock Railway" auf der Bühne stand. Auch sonst war besetzungstechnisch nicht alles wie gewohnt. Durch anderweitige Verpflichtungen fielen der eigentliche Bassist und Posaunist an diesem Abend aus. Doch für hochkarätigen Ersatz war gesorgt. Florian Küsters und Klaus Petermann ließen nie den Eindruck entstehen, als seien sie lediglich „Aushilfe", sondern fügten sich stimmig in das Gesamtbild ein.
Eigentlich ein gelungener Abend also, der mehr Besucher verdient gehabt hätte. Doch haben all jene, die das Konzert verpasst haben, die Gelegenheit, den Besuch nachzuholen: Am 13. Juni nämlich werden „Hitchcock Railway" im Juz zu Gast sein und erneut Joe Cocker Tribut zollen.
Quelle: Rheinpfalz vom 22.04.2008, Daniel Ott
Letzte Aktualisierung: 22.04.2008
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