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"Entstaubt und fast wie Neu", Artikel der RHEINPFALZ vom 06.07.2009, Bericht zu unserem Konzert im JuZ K'lautern beim Altstadtfest 2009

Coversongs sind beim Altstadtfest
ja ziemlich normal. Deshalb ist das
Repertoire der heimischen Band
„Hitchcock Railway“ auch nicht besonders
ungewöhnlich: Die elfköpfige
Gruppe präsentiert all die großen
Hits von Joe Cocker. Aber weil
reines Nachspielen auf Dauer auch
recht unbefriedigend sein kann, gehen
die Jungs und Mädels der Formation
bisweilen recht unorthodox
mit dem Material um.
Und das wiederum macht „Hitchcock
Railway“ zu ein wenig mehr als
„nur“ einer Coverband. Am Samstagabend,
nachdem tags zuvor schon
„From Da Soul“ kräftig eingeheizt
hatte, zeigte die Gruppe ziemlich beeindruckend,
was sie alles drauf hat.
Sie tat das an jenem Ort, an dem
nicht nur während des Stadtfestes,
sondern eben auch sonst fast das ganze
Jahr über regelmäßig Live-Konzerte
stattfinden, im „Jugend- und Programmzentrum
Steinstraße 47“
(Juz) nämlich. Hier ist man besonders
auf ansprechenden Stil und entsprechende
Qualität bedacht, hier
im klar begrenzten Raum hörte das
Publikum auch intensiver zu als draußen
auf dem tosenden Fest, wo ab
einer gewissen Distanz zur Bühne
ein Konzert auch schon mal zur reinen
Hintergrundbeschallung degradiert
wird.
Hier aber stand die Musik ganz im
Mittelpunkt. Und die hatte es in sich.
Da wurde nämlich nicht nur einfach
das Original kopiert – was die Band
durchaus kann und des Öfteren an
diesem Abend auch eindrücklich
zeigte. Nein, darüber hinaus wurde
so manche (auch schon längst vergessen
geglaubte) Perle aus dem Repertoire
des britischen Sängers mit
scharfem Bläsersatz und drängenden
Stimmen so richtig aufgepeppt
und entstaubt. Da wirken dann solche
von Cocker selbst schon gecoverten
Songs wie „Feelin‘ Alright“ und
„With A Little Help From My
Friends“ wie neu geschrieben. Und
weil bei alledem die Bandmitglieder
jedem einzelnen Titel, auch den naturbelassenen,
mit hörbarem Respekt
begegnen, konnten sich daran
sowohl Puristen als auch Cocker-Anfänger
erfreuen.
Die auffallendsten Leistungen erbrachte
an diesem langen Abend neben
den drei Sängerinnen der Band
besonders Leadsänger Michael Andes.
Der Frontmann verfügt nämlich
über eine ungemein sonore und
auch wendige Stimme, mit der er
den unterschiedlichsten Facetten Joe
Cockers über dessen sämtliche
Rock-, Soul- und Blues-Grenzen hinweg
rundum gerecht werden konnte.
Das war Nostalgie pur und moderne
Unterhaltung zugleich. Und bewies
so ganz nebenbei, dass mitunter
jahrzehntealte Songs noch längst
nicht zum alten Eisen gehören müssen.
Es kommt halt immer darauf an,
wie man bekanntes Material aufbereitet
und rüberbringt. Am besten so
wie „Hitchcock Railway“.

Letzte Aktualisierung: 08.07.2009
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