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Auch ohne Bart nahe dran

Rheinpfalz

Die Formation „Hitchcock Railway" im Jugendzentrum auf dem Spuren von Joe Cocker

Er ist der Mann mit der unverkennbaren Reibeisenstimme: Joe Cocker. Unzählige Coverbands haben Titel von ihm im Programm, aber nur wenigen gelingt es, diese wirklich überzeugend rüberzubringen. Aber da gibt es zum Glück noch „Hitchcock Railway". Diese haben sich dem Gesamtwerk Cocker verschrieben und zelebrieren ihn auf der Bühne optisch wie akustisch. Dabei bewegten sie sich am Freitag im Jugendzentrum in jeder Hinsicht nahe am Original.

Trotz erfreulicher Nachricht, dass das Jugendzentrum dank erfolgreich abgeschlossener Lärmschutzmaßnahmen ab Oktober wieder das volle Programm fahren darf, war die Stimmung dadurch ein wenig geschmälert, dass nur wenige Besucher den Weg zu „Hitchcock Railway" fanden. Dennoch, die Band ließ sich eine eventuelle Enttäuschung nicht anmerken, sondern nutzte die familiäre Atmosphäre, um im gut gelaunten Plauderton mit den Anwesenden zu kommunizieren.

„So, nachdem ich alle Besucher per Handschlag begrüßt habe, können wir anfangen", verkündete Frontmann Michael Antes. Ohne Umschweife ging es dann auch gleich mit dem Namensgebenden Stück „Hitchcock Railway" los. Es zeigte, dass sie dem großen Idol aus England in nichts nachstanden. Musikalisch und stimmlich perfekt wanderten sie durch alle Ären des britischen Sängers und spielten Klassiker wie unbekanntere Stücke. Vor allem Antes selbst stach dabei aus der elfköpfigen Gruppe heraus. Hätte er noch den Joe Cocker typischen Bart getragen, wäre die Ähnlichkeit nahezu perfekt gewesen. Stimmlich, gestisch und mimisch erinnerte er ausnahmslos an das Original - und das ohne dabei irgendwie albern zu wirken.

Gesanglich unterstützt wurde er von Jutta Knebel und Anja Harth. Vor allem letztere glänzte bei Duetten wie dem balladesken „Up Where We Belong" oder dem etwas fetzigeren „Cry Me A River" nicht nur stimmlich, sondern auch hinsichtlich der Bühnenaktivität. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Bühne im Juz bei elf Musikern nicht mehr viel Spielraum für eine Performance bietet. Dennoch, Antes und Harth turtelten umeinander herum, schmachteten sich an oder stießen sich weg.

Zwischen den Songs sorgten die sympathischen und immer wieder unterhaltsamen Ansagen des Frontmannes für gute Laune. Auch kleinere Patzer bei einigen Intros wurden auf diese Weise professionell verarbeitet. Doch waren diese auch meistens so gering, dass sie in dem gut zweistündigen Set überhaupt nicht auffielen. Und so groovten sich „Hitchcock Railway" durch ein blues-rockiges Programm, das mal von markant eingesetzten Bläsern („Chain Of Fools"), mal von ohrwurmigen Klavierpassagen („First We Take Manhattan") getragen wurde und nach einer dreiteiligen Zugabe sein Ende fand.

Quelle: RHEINPFALZ
Autor: Daniel Ott

Letzte Aktualisierung: 17.06.2008
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